Deutscher Kanarien- und Vogelzüchter-Bund e.V.


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Tipps für Pressewarte

DKB Service > Öffentlichkeitsarbeit


Warum diese Tipps?

Ø "Vier Tage sind vergangen, und der Bericht von unserer Jahreshauptversammlung
war immer noch nicht in der Zeitung."
Ø "Da haben wir mal ein so tolles Fest, und diese arroganten Zeitungsschnösel halten
es noch nicht einmal für nötig, bei uns ein Bild machen zu lassen."
Ø "Extra hingefahren sind wir am Freitagnachmittag noch zur Redaktion, und trotzdem
war die Ankündigung für unseren Basar am Sonntag nicht mehr rechtzeitig im Blatt"

Die Liste der Klagen über die Redakteurinnen und Redakteure ließe sich fortsetzen. Jeder Zeitungsmensch kennt diese Vorwürfe. Jeder Vereinsmensch, der die Öffentlichkeitsarbeit für seine Kameradinnen und Kameraden erledigen sollte, kennt sie ebenfalls. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn, ja, wenn beide Seiten öfter aufeinander zugehen und etwas mehr Verständnis füreinander aufbringen würden. Verständnis, dies setzt Kenntnis über die Arbeit des anderen voraus.

Öffentlichkeitsarbeit - ein Muss für jeden Verein

Ohne Öffentlichkeitsarbeit kann heute kein Verein mehr existieren:

Woher soll der Nachwuchs kommen, wenn außerhalb des Vereines niemand etwas
von dessen rührigem Schaffen erfährt?
Woher sollen die bei der Hauptversammlung nicht anwesenden Mitglieder erfahren,
wer neuer Vorsitzender ist?
Woher soll der für die Zuschüsse zuständige Stadtrat wissen, was für Leistungen Ihr
Verein für das Gemeinwohl erbringt?

Jeder Verein braucht eine gewisse Öffentlichkeit. Und nur über die Medien können Vereine
diese Öffentlichkeit erreichen. Doch woher sollen die Medien wissen, was es über Ihren
Verein zu berichten gibt? Auch wenn sie manchmal einen anderen Eindruck erwecken, sind
Journalisten keine allwissenden Götter. Es sind ganz normale Menschen, die nur dann
erfahren, was Sie Interessantes leisten, wenn es ihnen irgendjemand sagt. Jeder noch so
kleine Verband ist deshalb gut beraten, seine Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren, damit
die Information der Medien nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Ein Pressewart muss her

Organisation der Pressearbeit, das hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich recht einfach,
wenn Sie einige Grundsätze beherzigen:

1. Einer muss es machen
Wählen Sie eine Person aus, die die Öffentlichkeitsarbeit in die Hand nimmt: eben Ihren
Pressewart. Der kann freilich auch weiblich sein und Pressewartin heißen. Der Einfachheit
halber bleiben wir bei der Bezeichnung Pressewart.

2. Alle müssen ihn informieren
Vereine zählen heutzutage nicht selten mehrere Abteilungen mit bis zu über 1000 Mitglie-
dern. Für jeden ehrenamtlichen Pressebeauftragten wird es da schwer, ständig im
Blick zu haben, was es Interessantes zu vermelden gibt. Stellen Sie deshalb sicher, dass in
Ihrem Verein direkte Meldewege zwischen den Abteilungsleitern und dem Pressewart
aufgebaut werden.
Schließlich kann auch der nur dann die Presse vom hervorragenden Abschneiden Ihrer
Jugendmannschaft beim Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag unverzüglich informieren,
wenn er sofort darüber in Kenntnis gesetzt wurde.

3. Abgestimmt und abgesegnet
Stellen Sie zudem sicher, dass der Pressesprecher auch "den Segen" des Vorstandes für
seine Arbeit hat. Nichts ist hinderlicher und demotivierender bei der Öffentlichkeitsarbeit als
die Verpflichtung, jede Pressemeldung vor dem Versand an die Redaktionen dem Vorsitzen-
den vorlegen zu müssen.

4. Das Wichtigste: Kontakte
Damit Ihr Pressewart seinen Job professionell erledigen kann, braucht er Kontakte zu den
Medien in der Region. Persönliche Kontakte. Und die kann er nur aufbauen, wenn er Kennt-
nisse der Medienlandschaft besitzt. Dazu ist es sinnvoll, gemeinsam mit dem Vorstand und
den Abteilungsleitern eine Liste der Medien zu erstellen, die künftig informiert werden sollen:
diese Liste ist Ihr Presseverteiler.

Welche Medien sollten Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen?
Wochenzeitungen werden zumeist von privatwirtschaftlich organisierten Verlagen heraus-
gebracht. Sie erscheinen beispielsweise mittwochs oder sonntags. Wochenblätter beliefern
kostenlos alle Haushalte Ihres Einzugsgebietes und können somit für sich in Anspruch
nehmen, die höchste Reichweite unter den regionalen Printmedien zu haben. Wochenblätter
finanzieren sich ausschließlich durch den Anzeigenerlös.

Tageszeitungen wie werden ebenfalls von Unternehmen herausgegeben. Der Bezug der
Tageszeitungen erfolgt im Abonnement oder Einzelverkauf. Trotzdem sind auch
Tageszeitungen auf Werbeeinnahmen angewiesen: Der Verkaufspreis deckt in der Regel
nur 25 rozent der Kosten. Der Rest muss durch den Anzeigenverkauf getragen werden.

Private Rundfunksender werden ebenfalls von privatwirtschaftlich organisierten Firmen
betrieben. Der Hörer zahlt nichts. Der gesamte Betrieb muss aus den Werbeeinnahmen
finanziert werden. Die meist kreisweit arbeitenden Rundfunksender produzieren nur wenige
Stunden lokales Programm selber und übernehmen für die verbleibende Zeit des Tages ein
so genanntes Mantelprogramm (zum Beispiel von Radio NRW).

Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalten wie der "Westdeutsche Rundfunk" (WDR) sind
Sender, die den staatlichen Auftrag haben, die Rundfunk-Grundversorgung der Bevölkerung
zu sichern. Finanziert werden sie hauptsächlich durch die Rundfunkgebühren. Nachrichten-
agenturen wie die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa) sind Dienstleister für Medienunternehmen.
Sie sammeln weltweit Nachrichten (Texte, Ton-Beiträge, Fotos, Filme) und geben diese an
ihre Kunden - in der Regel Abonnenten - zur weiteren Verwendung ab. Nachrichtenagenturen
werden nur bei ganz besonderen Highlights an Ihren Informationen interessiert sein. Darüber
hinaus gibt es noch vereinzelt Stadtmagazine und Amtliche Mitteilungsorgane der Kommunen.

Damit Ihr Presseverteiler vollständig ist, sollte er neben den Namen der Medien folgende für
Sie wichtigen Angaben enthalten:
Redaktions-Adresse (Postanschrift)
Telefonnummer
Telefaxnummer
E-Mail-Adresse
Redaktionsschlusszeiten
Name des Ansprechpartners
Besonderheiten, die es zu beachten gilt.
Um die einzelnen Punkte vollständig erfassen zu können, empfiehlt es sich, direkt mit den
Redaktionen Kontakt aufzunehmen.

Aufgaben des Pressewartes

Was macht ein Pressewart?
Er unterstützt die Redaktionen dabei, die Öffentlichkeit zu informieren.
Wie kann ein Pressewart die Redaktionen unterstützen?

Kurze Antwort:
Durch Informationen.

Lange Antwort:
Indem er auf Anfrage oder aus eigener Initiative die Daten, Fakten oder Kontakte beschafft,
die Redaktionen benötigen, um die Öffentlichkeit zu informieren.

Die Arbeit vieler Pressewarte beschränkt sich (leider!) oft auf Hinweise an die Presse für die
anstehende Hauptversammlung. Und wenn niemand von der Redaktion für die Berichterstat-
tung geschickt wurde: Verfassen eines Pressetextes über die Versammlung. Je nach Tätig-
keitsfeld des Vereines wird dem Pressesprecher vielleicht noch abverlangt, ab und zu auf
Ereignisse aus dem Vereinsleben (Feste, Turniere o.ä.) hinzuweisen. Das war's dann aber
meistens schon. Doch Hand aufs Herz: Sind das eigentlich nicht genau die Geschichten, die
Sie nicht in epischer Breite in Ihrer Zeitung lesen wollen? Wen glauben Sie, interessiert es,
dass beim Sommerfest des ABC e.V. "Schwarzwälder Kirsch", "Bier vom Fass" und "Würstchen
vom Grill" feilgeboten wurden? Wie groß ist der Nutzwert einer Aussage, dass der Oberbürger-
meister, der Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden und der Pfarrer des Nachbarortes Ehren-
gäste waren? Nicht selten werden Beiträge mit derartig "dünnen" Informationen der Redaktion
mit dem freundlichen Hinweis "Wenn Sie mal ein Eckchen freihaben" überreicht - und nie
veröffentlicht, weil eben nie ein Eckchen frei war.

Resultat: Der Pressewart ist frustriert, weil er umsonst gearbeitet hat. Die Redaktion ist
frustriert darüber, was für Banalitäten manche Leute in die Zeitung bringen wollen. Eine
Zeitung wird immer voll!!!
"Warum drucken Sie nicht einfach ein paar Seiten mehr?" Eine Frage, mit der die Redaktionen
immer wieder konfrontiert werden, wenn sie darauf hinweisen, dass für die eine oder andere
Meldung "kein Platz" ist. Der einer Zeitungsredaktion zur Verfügung stehende Platz wird
normalerweise ausschließlich nach technischen und kaufmännischen Maßstäben festgelegt.
Der Einfluss einer Redaktion auf die Zahl der redaktionellen Zeitungsseiten ist verschwindend
gering. Deshalb besteht eine der wesentlichen Aufgaben eines Redakteurs darin, alle eingehenden Informationen wie folgt zu sichten, zu bewerten und zu selektieren.

Was halte ich für so wichtig oder interessant, dass es ins Blatt kommt?
In welcher Form kommt es ins Blatt? Was kommt direkt in den Papierkorb?

Zugegeben, die Beantwortung dieser Fragen unterliegt einer gewissen Subjektivität. Dennoch
sind die Redaktionen bemüht, soweit wie möglich objektive Maßstäbe anzulegen.

Service für alle Leser
Der Hinweis auf Veranstaltungen und Ereignisse in der Heimatregion ist ein Service, den man
zu Recht von jedem lokalen oder regionalen Medium erwarten darf. So wird sich wohl auch
keine Redaktion sperren, wenn es darum geht, im Vorfeld einen entsprechenden Hinweis auf
ein Ereignis zu veröffentlichen. Doch wie bereits erwähnt: Das Platzangebot ist beschränkt und
so werden viele Veranstaltungsankündigungen auf einen kurzen Text oder einen vier Zeilen
kurzen Eintrag in den Terminkalender reduziert. Nur so ist die Redaktion in der Lage, möglichst
vielen Interessensgruppen gerecht werden zu können.

Eine eigene Seite für Ihren Verein

Vereine, die sich damit nicht zufrieden geben wollen, haben aber noch eine andere Möglichkeit:

eine eigene
Sonderseite.
Hier findet sich in der Regel genügend Platz, auf ein außergewöhnliches Ereignis (Jubiläum o.ä.)
im Detail hinzuweisen. Oftmals werden die Berichte auf dieser Seite noch durch einen besonders gestalteten, werbewirksamen Kopf hervorgehoben. Möglich ist die Gestaltung einer solchen Seite
aber nur dann, wenn sich Firmen finden, die Ihren Verein durch eine Anzeige unterstützen wollen.
Sollten Sie an einer derartigen Seite (oder vielleicht auch mehreren) Interesse haben, so sind die Anzeigenberater die richtigen Ansprechpartner für Sie.

Vor dem Ereignis: Daran sollten Sie denken

Wie sollen Redaktionen auf ein Ereignis hingewiesen werden?

1. Schriftlich
Bei der telefonischen Übermittlung von Daten können sich schnell Fehler einschleichen. Ein
falsches Datum oder eine falsche Uhrzeit in der Zeitung: Das kann peinlich werden. Deshalb
lieber die Eckdaten notieren und als Brief zur Redaktion bringen, schicken, faxen oder noch
besser per E-Mail übertragen.

2. Rechtzeitig
Nicht immer kann die nächste Ausgabe mit einer Meldung erreicht werden. Sorgen Sie deshalb
dafür, dass die Redaktion zwei oder drei Ausgaben zur Auswahl hat. Bei Wochenblättern sollte
die Meldung deshalb zwei bis drei Wochen vor dem Termin auf dem Schreibtisch liegen.

3. Kurz
Fassen Sie sich bei der Mitteilung kurz. Wer macht was, wann, wo. Wo kann man mehr dazu
erfahren? Ist irgendetwas Besonderes zu beachten?

4. Korrekt
Nicht selten landen in den Redaktionen Einladungen, in denen Wochentag und Datum nicht
übereinstimmen.

5. Vollständig
Auf dem Blatt mit den Hinweisen zu Ihrer Veranstaltung sollte auf jeden Fall der Name und die Telefonnummer einer Person angegeben werden, an die sich die Redaktion bei Rückfragen
wenden kann.

6. Hilfreich
Wenn Sie wissen, dass die Ehrung Ihrer langjährigen Mitglieder erst um 22 Uhr stattfindet, die Veranstaltung aber bereits um 20 Uhr beginnt, dann sollten sie dies unbedingt anmerken, damit
ein eventuell von der Redaktion entsandter Fotograf nicht zwei Stunden warten muss.

Ein schönes Fest - und was danach?

Werden Ankündigungen (auch Vorberichte genannt) in der Regel noch von allen Medien in irgend-
einer Form publik gemacht, so ist eine Veröffentlichung von so genannten Nachberichten eher die Ausnahme. Es sei denn, es gilt über die Tatsache hinaus, dass man getagt oder gefeiert hat, weiterführende Informationen zu vermitteln. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn Sie
einen neuen Vorstand gewählt haben, den Erlös einer Veranstaltung einem karitativen Zweck zur
Verfügung stellen oder wenn Sie richtungsweisende Änderungen beschlossen haben.

Der Bericht - keine Angst vor Buchstaben

Wie verfasst man einen Bericht?

Auch hier liegt in der Kürze die Würze. Nicht selten umfassen die an die Redaktion geschickten
Texte zwei oder drei eng beschriebene DIN-A4-Seiten. Die Chance des Abdrucks in dieser Form
ist gleich Null! Bevor Sie sich deshalb unnötig Mühe machen und die Redakteure Ihren Text
umfassend kürzen, sollten Sie von vorneherein selber bewerten, was besonders wichtig ist und
sich in Ihrem Bericht darauf beschränken.

Ø So bitte nicht ...
"Die Mitglieder des ABC e.V. 1976 trafen sich am vergangenen Mittwochabend, Punkt 20 Uhr, zu
ihrer turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Gasthof XYZ, FGH-Straße. Der Vorsitzende TZU
begrüßte neben den Mitgliedern auch den Bürgermeister. Kassenwart ASC verlas den Kassenbericht
und wurde durch die Versammlung entlastet. Abteilungsleiter TZU erinnerte nochmals an das gute Abschneiden bei den Meisterschaften im vergangenen Jahr und an den gemütlichen Grillabend. ...
Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: TZU wurde durch OPÜ abgelöst... "

Kein Protokoll
Schreiben Sie kein Protokoll, wenn Sie einen Bericht schreiben wollen. Bewerten Sie die Ereignisse,
fassen Sie zusammen, und setzen Sie das Wichtigste an den Anfang Ihres Textes. Kurz!

So ist es besser
"OPÜ ist neuer Vorsitzender des ABC e.V. 1976. Die Mitglieder wählten ihn bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung einstimmig zum Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückge-
tretenen TZU. Nach den Neuwahlen präsentiert sich der weitere Vorstand des ABC wie folgt: ..."

Vermeiden Sie es, den Leser mit Details aus dem Jahresrückblick zu langweilen. Sie wollen schließlich Interesse an Ihrem Verein wecken. Werben Sie deshalb mit dem, was Sie für die Zukunft planen.
Und vergessen Sie nicht, zum Abschluss Ihres Berichtes eine Kontaktadresse zu nennen, an die sich Interessenten wenden können.

Nicht vergessen
Das Wichtigste eines Beitrags gehört an den Anfang. Bilden Sie nur kurze Sätze, vermeiden sie Schachtelsätze. Versuchen Sie, Personen handeln zu lassen: Aktive Sprachformen statt passive:

Nicht: "ABC wurde durch die Mitglieder gewählt." Sondern: "Die Mitglieder wählten ABC."

Vermeiden Sie lange Auflistungen von Ehrengästen. Erwähnen Sie diese nur, wenn sie besondere
Beiträge geleistet haben, zum Beispiel eine bemerkenswerte Rede. In einem solchen Fall bringen
Sie ein Zitat. Jedes Zitat belebt einen Text. Aber bitte kurz und richtig zitieren. Jeder Name besteht
aus einem Vor- und Nachnamen, ggf. noch aus einem Titel. Formulierungen wie Herr ABC oder
Frau XYZ haben in einem Zeitungsbericht nichts zu suchen.

Ein Beispiel: "Der KLM-Verband hat den von der Stadt geplanten Ausbau der POI-Straße in TZU
kritisiert. In diesem Bereich nisten nach Erkenntnissen der KLM derzeit seltene JKL. KLM-Vorsitzen-
der QWE: "Ein sofortiger Baubeginn, wie er vom Stadtrat beschlossen wurde, wäre unverantwort-
lich. Die Elterntiere würden vertrieben, die Jungvögel verhungern." In einem Schreiben an Bürger-
meister VBN forderte QWE deshalb den Stadtrat auf, den Baubeginn um zwei Monate zu verschie-
ben."

Das Manuskript - Gut in der FormIm Vordergrund einer jeden Presseinformation sollte sicher der Inhalt stehen. Doch freuen sich die Redaktionen, wenn auch die äußere Form der Texte stimmt. Denn das spart Redakteuren Arbeit. Die Seiten, auf denen Pressetexte stehen, nennen Zeitungsleute Manuskripte. Für die Gestaltung Ihrer Manuskripte sollte gelten:

  • Lassen Sie rechts und links auf jeder Seite einen etwa vier Zentimeter breiten Rand.
  • Stellen Sie Ihren Drucker oder Ihre Schreibmaschine auf zwei zeiligen Zeilenabstand
  • ein (zwischen jeder beschriebenen Zeile gibt es dann eine "leere" Zeile.)
  • Verfassen Sie das kurze Anschreiben an die Redaktion auf einem gesonderten Blatt
  • Papier.
  • Vermerken Sie im Anschreiben, wie viele Seiten das Manuskript umfasst.
  • Notieren Sie oben links auf jeder Manuskriptseite Ihren Namen und die Rufnummer,
  • unter der Sie für Rückfragen zu erreichen sind.
  • Machen Sie sich nicht die Mühe, kreative Schlagzeilen zu entwerfen. Schreiben Sie
  • einfach vor Beginn des eigentlichen Textes in einem angefetteten Satz, um was es in
  • Ihrem Text geht.
  • Beispiel: "KLM kritisiert Ausbaupläne der POI-Straße"
  • Was für eine Schlagzeile letztlich genommen wird, richtet sich im wesentlichen
  • danach, auf welcher Seite innerhalb der Zeitung der Artikel erscheint.
  • Ergänzen Sie nur im Ausnahmefall ihre Manuskripte handschriftlich.
  • Sorgen Sie für ein gut lesbares Schriftbild, damit die Texte eingescannt werden
  • können oder schicken sie Sie gleich per E-Mail.


Hilfreiche Elektronik
Die Datenübertragung per E-Mail ist längst zu einem Selbstverständnis geworden. Einen
großen Gefallen können Sie den Redaktionen tun, wenn Sie ihre Texte und digitalen Bilder
auf diesem elektronischen Weg übertragen. Das macht den Ausdruck von Texten überflüssig
und hilft, Übertragungsfehler zu vermeiden. Disketten gehören dagegen inzwischen schon
fast "zum alten Eisen". Auf eine Anlieferung Ihrer Texte auf 3,5 Zoll-Disketten sollten Sie deshalb
lieber verzichten. In der Zeitungsbranche haben sich weitgehend "Apple Macintosh"-Rechner
durchgesetzt. In den Privathaushalten dagegen werden vor allem IBM-kompatible PC ("Windows-
Rechner") eingesetzt. Dank der inzwischen leistungsfähigen Konvertierprogramme können auch
PC-Dateien mühelos von Apple-Rechnern gelesen werden. Ideal und gängig sind z.B. Dateien, die
mit "Word" erzeugt wurden.

Bilder
Wenn Sie Bilder zu Ihren Texten übertragen möchten, können Sie das ebenfalls gerne per Email
tun. Achten Sie dann darauf, dass Sie sie im JPG-Format bei einer Auflösung von 300 dpi ver-
schicken. Bilddateien, die nur wenige KByte groß sind, sind für den Zeitungsdruck nicht brauchbar. Versenden Sie bitte keine fertigen Word-Dokumente mit in den Text eingebauten Bildern, sondern
schicken Sie per E-Mail Text und Bilder als separate Anhänge.

Technische Anforderungen
Wenn Sie "normale" Fotos (schwarz-weiß oder farbig) einreichen, sollten diese ein Mindestformat
von 10 x 15 cm haben und von guter Zeichnung und Schärfe sein. Bitte keine PC-Ausdrucke!
Motive
Die beste Technik kann aus einem schlechten Motiv kein gutes Zeitungsbild machen: Vermeiden Sie
deshalb unbewegte Gruppenaufnahmen, auf denen sich mehrere Personen vor einer weißen Wand aufgestellt haben und nichterkennbare Urkunden vor dem Bauch präsentieren. Versuchen Sie
lebendige, bewegte Bilder zu schießen. Arrangieren Sie Ihre Bilder.

Bildtexte
Zu jedem Bild gehört ein Bildtext. Dieser sollte Aufschluss darüber geben, wer und was auf dem Bild abgebildet ist und wer das Bild aufgenommen hat. Bei mehreren Personen bitte notieren, wer wo zu
sehen ist (links, Mitte, rechts ...) Beispiel: "Endlich mobil: Aus den Händen von Autohausbesitzer OPÜ
(links) nahm Vorsitzender VLK die Schlüssel für den neuen Kleintransporter entgegen, den der ABK
e.V. für die Jugendarbeit einsetzen wird. Foto: XCV"

Das war die Pflicht - Jetzt kommt die Kür

Wer sein Amt als Pressewart ernst nimmt, wird es jedoch nicht bei den zuvor geschilderten
Beiträgen belassen, sondern ständig bemüht sein, seinen Verein in die Medien zu bringen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. So sollten Sie ständig überlegen, ob es in Ihren Reihen irgend-
etwas gibt, was Sie von anderen abhebt. Bedenken Sie dabei, dass vieles, was für Sie als Insider selbstverständlich ist, für einen Außenstehenden unter Umständen hochinteressant sein kann.

Ein Beispiel: Während Ihrer Jahreshauptversammlung wird ein Mitglied, welches 30 Jahre lang
unermüdlich für die Jugend im Einsatz ist, mit einer Urkunde ausgezeichnet, in einer Laudatio
gewürdigt, abgelichtet und in der Zeitung veröffentlicht. Wie hunderte andere Jubilare auch.
Dabei sind 30 Jahre Jugendarbeit sicher eine Leistung, die man besonders hervorheben sollte.
Zum Beispiel durch ein tolles Porträt des Jubilars. Wer ist er? Was denkt er? Warum macht er das?

Ein anderes Beispiel: Über elf Wochen hinweg arbeiten Sie Abend für Abend an einem Projekt,
dessen Erlös einem Waisenhaus in St. Petersburg zu Gute kommt. Abend für Abend sind Ihre
Mitarbeiter dabei im ehrenamtlichen Einsatz. Bei der Spendenübergabe wird ein Bild geschossen,
ein kurzer Nachrichtentext verfasst - und das war's schon. Dabei böte sich dieses Thema dazu an,
eine Reportage zu schreiben, in der lebendig geschildert wird, wie mühevoll Ihre Vorbereitungen
und wie engagiert Ihre Mitglieder bei der Sache waren. Jede Redaktion würde sich nach derar-
tigen Geschichten die Finger lecken und liebend gerne einen Mitarbeiter abstellen, der die Berichte
schreibt. Nur erfahren viele Redaktionen diese Geschichten nicht - und können sie folglich auch
nicht schreiben. Suchen Sie deshalb immer wieder den Kontakt zu den Redakteuren. Erzählen
Sie Ihnen, was Ihr Verein treibt. Sie werden sehen, die Mühe gemeinsamer Überlegung lohnt sich
fast immer.

Pressekonferenz - Informieren wie die Profis

Immer dann, wenn Sie etwas zu verkünden haben, von dem Sie glauben, dass Sie die Informa-
tionen nicht in eine Pressemeldung packen können, sollten Sie zu einer Pressekonferenz einzuladen.
Und nur dann! Denn nichts ist für einen Journalisten ärgerlicher, als wenn er eine Pressekonferenz
mit der Erkenntnis verlässt: "Das war verschenkte Zeit. Das hätten die auch gut in ein paar Sätzen zusammenfassen und schicken können." Leider ist dies immer häufiger der Fall.

Vorteile:
Die Pressekonferenz hat für Sie den Vorteil, dass Sie zeitgleich mehrere Journalisten unterschied-
licher Medien über ein Thema informieren können. Dem Journalisten erleichtert die Pressekonferenz
die Arbeit, weil er alle wichtigen Leute, die etwas zu diesem Thema sagen können, auf einen Schlag befragen kann.

Zur Vorbereitung:

  • Laden Sie frühzeitig ein.
  • Eine empfehlenswerte Terminierung für den Wochentag und die Zeit gibt es nicht:
  • Irgendeine Redaktion wird immer verhindert sein.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Kreis derjenigen, die von Ihrem Verein teilnehmen, auf die
  • wirklich wichtigsten Leute beschränkt bleibt.
  • Verhindern Sie, dass der komplette Vorstand dabei ist und jedes Vorstandsmitglied
  • ein fünfminütiges Statement abgibt.
  • Bereiten Sie eine kurze Notiz vor, in der die Namen der Gesprächspartner, ihre
  • Funktion, sowie alle für die Berichterstattung wichtigen Daten vermerkt sind.
  • Eine Tasse Kaffee ist ok, die Ausgaben für einen üppigen Imbiss können Sie sich
  • aber sparen, da kaum jemand die Zeit dazu mitbringt.



Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Und noch ein Tipp zum Schluss: Selten, aber ab und an kommt es auch vor, dass sich Journa-
listen an Pressewarte wenden, weil es Dinge aus dem Verein zu berichten gibt, die äußerst
unerfreulich sind. Zum Beispiel dann, wenn die Kassenführung mangelhaft ist und sich dies in
der Stadt herumgesprochen hat. Versuchen Sie nicht zu mauern, erst recht nicht zu lügen. Sie
werden nicht verhindern können, dass die ganze Wahrheit an die Öffentlichkeit gelangt. Aber
Sie werden durch eine offensive Information verhindern können, dass Ihre Darstellung ver-
schwiegen wird und Sie werden verhindern können, dass Sie - und damit Ihr gesamter Verein -
gegenüber den Medien Ihre Glaubwürdigkeit verlieren.


An alles gedacht? - Checkliste für Pressewarte

Presseverteiler:

o Adresse
o Telefon
o Fax
o Name des Ansprechpartners
o Schlusszeiten

Texte

o 4 cm Platz an jeder Seite
o zweizeilig
o rechtzeitig (zwei bis drei Wochen vorher)
o kurz
o wer, was, wann, wo?
o kein Protokoll
o Nachnamen, Vornamen
o Ansprechpartner beim Verein nennen
o Fototermin mitteilen

Fotos:

o Mindestformat 10x15 cm
o scharf, gute Zeichnung
o keine PC-Ausdrucke
o wenn Gruppenfotos unvermeidbar, dann nur o die wichtigsten Personen
o Bildtext
o Digitales Bild als jpg mit 300dpi

Pressekonferenz:

o nur, wenn wirklich notwendig
o frühzeitig einladen
o wichtigste Aussagen sowie Namen in kurzem "Memo" schriftlich zusammenfassen und bei der Konferenz verteilen
o Teilnehmerkreis aus Ihrem Verein stark beschränken

WFV - TM Juni 2009

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